Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS054 5 II 0288 SPK0002 CI 20.Nov 08
SPÖ/Bayr/Teuerung/Nahrungsmittel/Rohstoffe/Agrartreibstoffe

Bayr fordert umdenken in globaler Entwicklungs- und Agrarpolitik =

Wien (SK) - Dass die Produktion von agrarischen Treibstoffen die Preise für Lebensmittel deutlich mehr verteuern, als bisher angenommen - nämlich um bis zu 75 Prozent -, zeige ein Bericht der Weltbank, so die SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung Petra Bayr am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Ein Teufelskreis, denn durch die hohen Lebensmittelpreise habe die Zahl der Hungernden im vergangenen Jahr um rund 50 Millionen zugenommen, so Bayr, die die Aussetzung des Beimischungsziels von 20 Prozent in Österreich, die Förderung von Agrartreibstoffen der 2. und 3. Generation, sowie die Schaffung eines global verbindlichen Nachhaltigkeits-Zertifikates forderte. ****

Von 862 Millionen hungernden Menschen würden ExpertInnen ausgehen, erklärte Bayr, für das Jahr 2008 werde mir zusätzlichen 100 Millionen gerechnet. Kostete die Tonne Reis im Juni noch 480 Dollar, belaufe sich der Preis ein Jahr später auf über 1.000 Dollar. Bayr kritisierte hier die "Agrarpolitik des Währungsfonds, die sich rein an Exporten orientiert" als "offensichtlich gescheitert". So würden acht global tätige Lebensmittelkonzerne über 80 Prozent des Weltnahrungsmittelmarktes kontrollieren und Liberalisierungen und Privatisierungen hätten die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser weiter erhöht.

"Die Gier nach agrarischen Treibstoffen", so Bayr, habe dazu geführt, dass die Lebensmittelpreise an den Börsekursen des Erdöls orientieren und Nahrungsmittel für unreflektierte Mobilität verbrannt werden. Bayr wiederholte ihre Forderung nach einer EU-weiten Spekulationssteuer, dadurch könne die Spekulation mit Nahrungsmittel eingedämmt werden und eine neue Einnahmequelle für Entwicklungspolitik geschaffen werden. Es sei höchste Zeit für eine Entwicklungspolitik, die kleinbäuerliche Strukturen für die Nahrungsmittelproduktion im eigenen Land fördert und verstärkt in die Subsistenzlandwirtschaft investiert, so Bayr. Auch die Abschaffung der Agrarexportsubventionen stellte Bayr als Forderung auf. (Schluss)
ar


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