Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS071 5 II 0343 SPK0002                                  08.Dez 09

Bayr: "Fossil of the Day"-Preis in Kopenhagen überaus peinlich

Utl.: Österreichs Beharren auf Emissions-Schlupflöcher ist global schädlich =

   Wien (OTS/SK) - Als "überaus peinlich" bezeichnet Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung, die Verleihung des Negativpreises "Fossil of the Day" an Österreich, Finnland und Schweden aufgrund ihrer Blockadehaltung bei der Berechnung von Wald als Treibhausgassenker am ersten Tag der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. "Gerade als Klimaschlusslicht der EU stünde es Österreich mehr als gut zu Gesicht, sich hier für eine Regelung im Sinne des Klimaschutzes einzusetzen und nicht mit mathematischen Spielereien Schlupflöcher in der Klimapolitik auszudehnen zu wollen", fordert Bayr den zuständigen Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich auf, hier die rückschrittliche Blockade-Position Österreichs aufzugeben. ****

"Es geht nicht an, dass Österreich hier weltweite Verschlechterungen des Vertrags zum Schutz der Regenwälder aufs Spiel setzt, nur um in Österreich mehr Raum für die die Klimabilanz schönende Nutzung von Biomasse zu erreichen", so die Umweltsprecherin. Da sich schon bei den Vorverhandlungen zur Klimakonferenz in Barcelona Ende Oktober, Anfang November 2009 diese kontraproduktive österreichische Position abgezeichnet hat, hat Bayr bereits am 5. November zur
österreichischen Positionierung zu LULUCF (Land Use and Land Use Change and Forestry) eine umfangreiche parlamentarische Anfrage eingebracht, und erwartet sich eine Beantwortung vom Umweltminister bereits jetzt, während der laufenden Klimaverhandlungen, und nicht erst nach der ihm theoretisch zustehenden Frist von acht Wochen, also Anfang Jänner nächsten Jahres.

"Es ist unverständlich, dass Österreich die sogenannte "projected baseline"-Regel anwenden möchte, die sich von der Position der weit überwiegenden Mehrzahl der EU-Länder negativ unterscheidet. Und das, obwohl die IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in ihren "Guidelines for national Greenhouse Gas Inventories" explizit auf die Gefahr der Doppelzählung von Biomasse hinweist!", ist Bayr über den schädlichen österreichisch-schwedisch-finnischen Alleingang empört. "Nur weil man sich selbst ein Schlupfloch für die eigene Treibhausbilanz ausrechnet, eine solide weltweite Lösung aufs Spiel zu setzen, die nach Schätzung der EU-Kommission bis zu neun Prozent mehr CO2-Äquivalente in der Atmosphäre bedeuten könnte, halte ich für schlichtweg verantwortungslos!" so Bayr abschließend. (Schluss) bj

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OTS071    2009-12-08/13:59