Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

21.01.2009 / 11:07 / OTS0111 5 II 0394 SPK0003 CI

Bayr: "Staat muss Anreize für effizienteren Energieverbrauch schaffen"

Utl.: SPÖ-Umweltsprecherin gegen Atomenergie und für Ausbau erneuerbarer Energien

Wien (SK) - "Um unsere Energieversorgung zu gewährleisten, müssen wir unser größtes, brachliegendes Kraftwerk endlich in Betrieb nehmen, das Potential des effizienteren Verbrauchs von Energie. Dazu gehören öffentliche Gebäude ebenso wie Betriebe und Privathaushalte", betonte SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr am Mittwoch in der Aktuellen Stunde im Nationalrat. "Aber Bewusstseinsbildung alleine reicht nicht, wir brauchen auch einen legistischen Rahmen", unterstrich Bayr und verwies auf das im Regierungsprogramm vorgesehene Energieeffizienzgesetz. ****

   Bayr betonte, dass sie sich unter dem Energieeffizienzgesetz "viel vorstellen" könne. So sprach sie sich für einen Ausbau der Energieeffizienzklassifizierung von Produkten aus. Bisher seien nur wenige Produkte wie Kühlschränke und Geschirrspüler nach ihrer Energieeffizienz gekennzeichnet. Bayr könne sich diese Kennzeichnung aber auch für Computer, Autos und viele mehr vorstellen. Natürlich müsse man auch Anreize schaffen, damit die Käufer zu den energieeffizienten Produkten greifen. Bayr verwies weiter auf einen vorliegenden Rechnungshofrohbericht, der besagt, dass im Bereich der Raumwärme in allen Bundeslängern "noch sehr viel zu machen" sei.

   Energiesparen hat auch eine soziale Komponente und der Staat müsse hier wichtige Anreize schaffen, damit Heizsysteme getauscht und Häuser isoliert werden. "Diese Umstellung sind zwar teuer, aber nachhaltig", unterstrich die SPÖ-Umweltsprecherin. Bayr könne sich beispielsweise die Förderung in Form eines zinslosen Kredites vorstellen, dessen Raten mit den jährlichen Ersparnissen für Energie zurückbezahlt werden könnten. Dies würde gerade den ärmeren Österreichern helfen der Energiepreisfalle auf Dauer zu entkommen.

   Bayr sprach sich deutlich für den Ausbau der erneuerbaren und strikt gegen den Einsatz von Atomenergie aus. "Wir müssen die von der EU vorgegebenen 34 Prozent aus erneuerbarer Energie als große Chance und nicht als Bürde sehen. Als Chance am Arbeitsmarkt, aber auch als Chance, um von Energieexporten unabhängig zu werden", betonte Bayr. Dies sei natürlich auch im Sinne des Umweltschutzes, helfe Treibhausgase zu reduzieren und gegen die Klimaerwärmung anzugehen. Bayr unterstrich weiters, wie wichtig es sei, "im Inland nachhaltige Maßnahmen zu setzen".

   Bayr sprach sich weiters für eine Änderung des EURATOM-Vertrages und gegen nicht nachhaltig produzierte Agrartreibstoffe aus. "Eine ernsthafte Energiepolitik ist ein Puzzle aus vielen Steinen. Dazu gehört auch ganzheitliche Antiatompolitik. Nur wenn wir unseren Anteil an erneuerbaren Energien massiv ausbauen, werden wir nicht weiter gezwungen sein, Atomstrom zu beziehen und unsere Antiatompolitik noch glaubhafter umzusetzen", schloss Bayr. (Schluss)
sv

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OTS0111    2009-01-21/11:07