Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS105 5 II 0367 SPK0002                                  13.Nov 09


Bayr: Verstärkte Maßnahmen gegen vermehrten Hunger notwendig

Utl.: Bodenraub und Nahrungsmittel-Konkurrenz durch Agrotreibstoffe verschärfen die Hungerkrise =

   Wien (OTS/SK) - Anlässlich des am Montag in Rom beginnenden Gipfeltreffens der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen, betont Petra Bayr,  SPÖ Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, dass angesichts der stark anwachsenden Zahl an hungernden Menschen weltweit auch verstärkte Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft notwendig seien, um diese Entwicklung umzukehren. "Seit der Wirtschaftskrise, die von den reichen Nationen des Nordens ausgelöst wurde, ist die Anzahl der Hungernden in den armen Ländern des Südens drastisch angestiegen", so Bayr, "deshalb können wir uns auch nicht aus unserer Verantwortung stehlen und müssen gemeinsam an der Beseitigung des Problems Hunger arbeiten!" ****
 
"Es gilt nicht nur, jetzt Lebensmitteltransporte zu veranlassen", ist Bayr überzeugt, "wir brauchen mehr Förderung von Kleinbauern und ländlichen Strukturen als Alternative zur großindustriellen Landwirtschaft, die Menschen wie Umwelt ausbeutet - und wir brauchen keine Gentechnik in der Landwirtschaft, um alle Menschen zu ernähren!" Vielmehr gelte es, bestehende Ungerechtigkeiten zu beseitigen, wie sie etwa in Form des als Land Grabbing bekannten Bodenraubs stattfinden, wenn reichere Nationen große Flächen von ärmeren Nationen aufkaufen oder pachten und damit der armen Bevölkerung ihre Anbauflächen und ichre Lebensgrundlage nehmen. "Ernährungssouveränität muss Vorrang vor vermeintlich guten Geschäften haben", so Bayr, "hier muss sich die internationale Staatengemeinschaft auf eine gemeinsame ethische Grundlinie einigen, wie sie ohnedies auch in Verträgen wie dem WSK-Pakt seit über 30 Jahren völkerrechtlich geregelt sind!" Der Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Recht (WSK-Pakt) impliziert auch das Recht auf Nahrung.
 
In dem Zusammenhang verweist Bayr auch auf die Agrarflächen raubenden Agrotreibstoffe. "So lange Menschen hungern, ist es purer Zynismus, Ackerflächen für Autos zu bewirtschaften", so Bayr abschießend, "die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen hat außerdem die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, weshalb sich beispielsweise in Mexico die Bauern ihr Grundnahrungsmittel Mais kaum noch leisten können - solche Fehlentwicklungen müssen durch solidarisches Handeln und kohärente Politiken dringend verändert werden!" Nur dann, wenn solcher Treibstoff nachhaltig - also beispielsweise aus Reststoffen oder Müll - produziert wird und wirklich eine negative Treibhausgasbilanz hat, ist es ethisch und politisch vertretbar, solchen in der EU in Umlauf zu bringen. (Schluss) mb/mp


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OTS105    2009-11-13/10:36