APA263 5 WI 0329 II/CI 26.Mär 10
Wien (APA) - Die SPÖ fordert eine Begrenzung des Einsatzes von Agrotreibstoffen (Biodiesel, Ethanol) und verweist auf ähnliche Überlegungen in der EU. Gestern wurde eine Studie präsentiert, wonach ab einem Einsatz von mehr als 5,6 Prozent in Benzin und Diesel Umweltschäden auftreten können. "Die jetzt in Brüssel vorgestellte Studie zu den sogenannten 'Bio'-Treibstoffen bestätigt die Unsinnigkeit und sogar Gefährlichkeit des Ziels der EU, bis 2020 zehn Prozent an erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich durch Agrotreibstoffe erreichen zu wollen", so SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr am Freitag in einer Aussendung. Sie begrüßt die "wissenschaftliche Untermauerung der bekannten Zweifel am massiven Einsatz".
Bayr verweist etwa auf das Beispiel Mexiko, wo der massive Einsatz von Mais für Biobenzin (Ethanol) zu einem erheblichen Preisanstieg von Grundnahrungsmitteln geführt habe, "weil der Mais für die Tankfüllungen produziert wurde". Daher gelte es, den Einsatz von Agrotreibstoffen zu begrenzen. "Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die Agrotreibstoffe, die in Verwendung kommen, tatsächlich lückenlos aus nachhaltiger Produktion stammen", so Bayr. Laut Studie könnten durch das Abbrennen von Wäldern und die Austrocknung von Feuchtgebieten große Mengen an klimaerwärmenden Emissionen in die Atmosphäre gelangen. Die Befürchtung: Der theoretische positive Effekt für das Klima durch die erneuerbaren Energien wäre futsch.
Kritik an den Aussagen kommt von Ewald-Marco Münzer, Mitglied der Geschäftsführung der nach Eigenangaben größten zentraleuropäischen Biodiesel-Anlage, der Münzer Bioindustrie GmbH. "Falls den heutigen Forderungen von SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr nachgekommen werden würde, wäre laut Berechnungen ein weiterer Anstieg der Treibstoffpreise um rund 15 Prozent nicht zu vermeiden. Statt prinzipiell Biokraftstoffe undifferenziert und tendenziös zu kritisieren, ohne dabei sinnvolle und marktfähige Alternativen zu haben, sollten wir lieber versuchen, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen", betonte Münzer in einer Aussendung. Die Produktion von Biodiesel in heimischen Produktionsstätten sei ökologisch wie ökonomisch sinnvoll, bringe nationale Wertschöpfung mit sich und biete Österreich weitere Versorgungssicherheit an Treibstoffen unabhängig von fossilen Energieträgern. (Schluss) stf/cs
APA263 2010-03-26/12:08