Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS171 5 II 0422 SPK0001         26.Mai 10

Bayr: Gleichstellung der Frau wichtigste Waffe im Kampf gegen HIV/AIDS

Utl.: 33,4 Millionen Menschen weltweit leben mit HIV - die Hälfte davon sind Frauen =

Wien (OTS/SK) - "Frauen und Mädchen sind besonders anfällig für HIV/AIDS und zwar aus sozialen, wirtschaftlichen und biologischen Gründen", so die SPÖ-Sprecherin für Globale Entwicklung Petra Bayr am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Frauen und HIV/AIDS." Für Bayr ist daher die Gleichstellung der Frau in allen Bereichen der Gesellschaft (Ausbildung, Beschäftigung, finanzielle und rechtliche Angelegenheiten) entscheidend im Kampf gegen HIV/AIDS. "Die Machtlosigkeit der Frau, auf sicheren Sex zu bestehen, Kinder-Ehen, sexuelle Gewalt und Nötigung spielen eine entscheidende Rolle bei den Neuinfektionen", so Bayr. Auch fordert die SPÖ-Sprecherin für Globale Entwicklung uneingeschränkten Zugang zu Information, Sexual-Erziehung und Angeboten, die auf reproduktive Gesundheit abgestellt sind. ****

Bayr kündigte an, gemeinsam mit den SPÖ-Frauen die in Wien stattfindende 18. Internationale AIDS-Konferenz zu nutzen, um Regierungen, Gesundheitsministerien und Gesundheitsverantwortliche mit konkreten Forderungen zu konfrontieren. Dazu zählen – unter anderem - die Geschlechter-Gleichstellung in Erziehung, Ausbildung, Beschäftigung sowie in finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten, der uneingeschränkte Zugang zu Angeboten sexueller und reproduktiver Gesundheit für Mädchen und Frauen sowie der Zugang zu leistbaren, sicheren und wirksamen Medikamenten für HIV-infizierte Mädchen und Frauen. Bayr wies weiters darauf hin, dass Frauen auch überdurchschnittlich in der Pflege von AIDS-Kranken und AIDS-Waisen engagiert sind.
Als unumgänglich erachtet die Abgeordnete die Möglichkeit für Schwellen- und Entwicklungsländer, ohne Patente zu zahlen Generika für die Behandlung von HIV-infizierten Menschen in armen Ländern produzieren zu können. "Falls hier die EU ernst macht, und gegenüber Indien - einem der größten Generika-Produzenten der südlichen Welt - auf einen längeren Patentschutz besteht, so hieße das für Millionen von Kranken das Ende jeder medikamentösen Versorgung, weil Original-Medikamente weder für die Kranken selbst noch für die Staaten, in denen sie leben, leistbar sind", so Bayr. Die gemeinsame Verantwortung für das Leben von Millionen von Menschen muss hier in jedem Fall vor den Profitinteressen der Pharmaindustrie stehen.

Neben Petra Bayr waren auch Wiltrut Stefanek, die Gründerin des "Netzwerks Frauen und AIDS" und Lisa Sterzinger von "World Vision" auf dem Podium vertreten. Wiltrut Stefanek, die selbst seit 15 Jahren mit der Krankheit lebt, sieht in HIV/AIDS in Österreich immer noch ein Tabu-Thema. "In Österreich muss sich noch Vieles ändern, damit wir Betroffenen offen mit unserer Krankheit umgehen können", so Stefanek. Lisa Sterzinger referierte über die globale Dimension von HIV/AIDS. "Man wird in der AIDS-Prävention nur dann vorankommen, wenn Frauen ein selbstbestimmtes Sexualleben führen können", so Sterzinger. (Schluss) sa

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OTS171    2010-05-26/12:14