APA138 5 CI 0298 WI/AI 11.Dez 10
Wien (APA) - Der Kompromiss von Cancun hat unter den Parteien in Österreich geteilte Reaktionen hervorgerufen. Für Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, ist das Abschlusspapier der Weltklimakonferenz in Cancun (Mexiko) etwa eine Enttäuschung. "Es fehlen verbindliche Ziele für eine Reduktion der Treibhausgase, wie es notwendig wäre, um unter den durchschnittlichen zwei Grad Erwärmung zu bleiben - der globale Intelligenztest ist gescheitert", so Bayr. Noch immer fehle der internationalen Staatengemeinschaft ein effektiver Nachfolgevertrag für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll.
Bayr forderte, dass die Europäische Union mit gutem Beispiel vorangehen soll. "Die EU muss sich selbst ein striktes Ziel zur Reduktion von Treibhausgasen setzen. 30 Prozent weniger bis 2012 wäre eine sinnvolle Zielvorgabe", selbst wenn das Nicht-EU-Staaten verweigern, betonte Bayr.
"Durch die Kompromisse bei der Klimakonferenz in Cancun ist lediglich der Verhandlungsprozess, der zu einem gesetzlich verbindlichen globalen Klimaabkommen führen soll, gerettet – das Klima leider nicht", bilanzierte die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, das Ergebnis der Weltklimakonferenz. "Nach dem völligen Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen konnten in Cancun in den Bereichen Finanzierung, Technologietransfer, Klimaanpassung und Waldschutz zumindest kleine Fortschritte erzielt werden. Die Erwartungen an Cancun wurden erfüllt, weil es kaum Erwartungen gab. Was immer noch fehlt, ist ein neuer, verbindlicher internationaler Klimavertrag. Dieser muss bei der Klimakonferenz 2011 in Südafrika vereinbart werden, denn uns läuft die Zeit davon", warnte Glawischnig.
Kritik kam vom BZÖ: "Österreich vergibt unter Umweltminister Berlakovich die einmalige Chance, eine echte Vorbildwirkung im Kampf gegen die Erderwärmung einzunehmen. Unser Land hätte alle Voraussetzungen, um CO2-Sparmeister zu werden und zwar durch eine Energieautarkie mit erneuerbaren Energieformen, aber dies scheitert durch die großkoalitionäre Reformverweigerung und vor allem durch einen untätigen Umweltminister", kritisierte Umweltsprecher Robert 3Lugar. (Forts. mögl.) hai/wr
APA138 2010-12-11/13:26