Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS149 5 II 0326 SPK0001                   19.Okt 10

Bayr zu UN-Artenschutz-Konferenz: Patentschutz nicht auf Kosten der Entwicklungsländer betreiben

Utl.: Biopiraterie Einhalt gebieten =

Wien (OTS/SK) - Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, unterstützt Entwicklungsländer darin, bei der derzeit in Japan tagenden UN-Artenschutzkonferenz in Fragen des Patentschutzes auf ein sogenanntes "Access- and Benefit-Sharing-Protokoll" zu bestehen. Länder müssten davon profitieren, wenn Pharmakonzerne Wirkstoffe, die aus dort vorkommenden und angebauten Heilpflanzen gewonnen werden, patentieren lassen. Das ließe sich durch ein zur Diskussion stehendes ABS-Protokoll regeln, so Bayr, die darin den Schlüssel für die Einigung der 193 Mitgliedsstaaten auf das angestrebte Schlussdokument der Konferenz sieht, das in 20 Strategieziele zur Biodiversität gegliedert sein soll. "Die bisherige Praxis der skrupellosen Ausbeutung von Rohstoffen aus Urwaldgebieten ist auch im Fall der Pflanzenextrakte aus Tropenpflanzen ein nicht tolerierbarer Eingriff in Grundrechte von indigenen Völkern", sagte Bayr am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Patentierung von Wirkstoffen aus tropischen Pflanzen sei ohnedies eine ethisch höchst prekäre Frage, so Bayer. "Immerhin sollen Menschen für Wirkstoffe zur Heilung ihrer Krankheiten zahlen, die nicht in jahrzehntelanger Laborarbeit entwickelt wurden, sondern von den sich damit bereichernden Pharmakonzernen nur patentrechtlich geschützt und vermarktet werden", gibt Bayr zu bedenken. "Damit die Patentierung von Pflanzenwirkstoffen nicht auch noch zur Biopiraterie wird, sollten die dadurch erreichten Profite wenigstens in entsprechendem Ausmaß jenen Völkern zukommen, welche sie schon vor Jahrhunderten entdeckt haben und seither für Heilzwecke einsetzen", forderte Bayr.

Für die Entwicklungsländer sei die Lage hier ähnlich schwierig, wie beim Klimaschutzabkommen, erläuterte Bayr: "Während die reichen Industrienationen sich ihre Wirtschaft bereits auf Kosten der natürlichen Ressourcen und ohne Rücksicht auf deren Verluste aufgebaut haben, sollen die ärmeren Länder darauf verzichten - so wie sie es auch bisher tun mussten, um ihre Ressourcen den Industrieländern zur Verfügung zu stellen."

Zudem würde die Einigung auf ein ABS-Protokoll den so dringend notwendigen Artenschutz befördern, so Bayr: "Wir brauchen die Artenvielfalt zur Erhaltung des Gleichgewichts unseres einzigen Lebensraums, den Planeten Erde." (Schluss) sc/mp

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OTS149    2010-10-19/12:03