Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

OTS171 5 II 0391 SPK0007             20.Okt 10

Bayr zu Weltbevölkerungsbericht: Frauen am Wiederaufbau beteiligen

Utl.: "Bildung und Gleichberechtigung zentrale Faktoren für nachhaltige Entwicklung" =

Wien (OTS/SK) - "Frauen müssen verstärkt als Akteurinnen am Wiederaufbau von Gesellschaften nach kriegerischen Konflikten oder Naturkatastrophen beteiligt werden", sagte SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung Petra Bayr am Mittwoch im Parlament bei der Präsentation des Weltbevölkerungsberichts 2010 des UNFPA, des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. "Der Beitrag von 52 Prozent der Bevölkerung ist viel zu wichtig, um auf ihn verzichten zu können. Es müssen Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden, sich Gehör zu verschaffen", so Bayr weiter. ****

Der diesjährige Weltbevölkerungsbericht unter dem Titel "Krise, Frieden, Wiederaufbau - Gesellschaften im Wandel" fällt mit dem zehnjährigen Jahrestag der UN-Resolution 1325 zusammen, die erstmals die Auswirkungen von Konflikten auf Frauen thematisierte und Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt forderte. Die Resolution sei aber kein Ersatz für Maßnahmen vor Ort, so Bayr. Die Traumatisierung nach Gewalterfahrungen wirke sich negativ auf die Gesamtgesellschaft und den Wiederaufbau aus, so Bayr. "Es ist notwendig, präventiv sexuelle Gewalt zu verhindern. Opfer von sexueller Gewalt müssen psychologisch und juristisch betreut werden". Darüber hinaus sei "Empowerment von Frauen" wichtig, um sie am Wiederaufbau zu beteiligen.

Zwtl.: Gleichberechtigung gewährleistet nachhaltige Entwicklung

"Die Regierungen müssen die Chance nutzen, die Gesellschaft nach Konflikten nicht nur wieder so herzustellen, wie sie zuvor waren, sondern wirklich neu aufzubauen. Dazu zählen gleiche Chancen und Rechte für Frauen, um eine nachhaltige positive Entwicklung zu gewährleisten" so Bayr. Der Bericht schlage vor, die "künstliche Grenze" zwischen Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklungshilfe zu überwinden. Entwicklungspolitische Maßnahmen müssten überprüft werden, denn es gäbe eine 50-prozentige Chance, dass Konflikte wieder ausbrechen, so Bayr. "Daher muss ein Fundament geschaffen werden, um den Teufelskreis von Armut und Konflikten durch eine Aufwärtsspirale von sozialem und wirtschaftlichem Wachstum zu ersetzen."

Zwtl.: Bildung ist zentrales Element für Entwicklung

Bildung sei ein wichtiger Faktor für sexuelle und reproduktive Gesundheit, so Bayr. "Das Wissen über Verhütung und der Zugang zu Verhütungsmitteln ist zentral für die Gesundheit von Frauen." 215 Millionen Frauen haben keinen Zugang zu Verhütungsmittel, daher beinhaltet der Bericht auch den Appell, beim Wiederaufbau für den Zugang zu reproduktiven Gesundheitseinrichtungen zu sorgen. Im Bereich der reproduktiven Gesundheit gäbe es zu wenig Fortschritte, so Bayr. Täglich sterben 1.000 bis 1.500 Frauen bei der Geburt, davon 99 Prozent in Entwicklungsländern. (Schluss) pl/mb

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OTS171    2010-10-20/13:14