Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr gegen indirekte Anerkennung von Marokkos Westsahara-Okkupation

Utl.: Vorbehalte gegen Fischereiabkommen der EU mit Rabat

Kritik an der Formulierung des partnerschaftlichen Fischereiabkommens zwischen der Europäischen Union und Marokko für die Fanggebiete vor der Küste der besetzten Westsahara kommt von der Nationalratsabgeordneten Petra Bayr (S). "Die Unterzeichnung des vorliegenden Vertrages kommt einer indirekten Anerkennung Marokkos als Besatzungsmacht der Westsahara gleich, das ist aus österreichischer Sicht einfach nicht hinzunehmen", betonte die sozialdemokratische Bereichssprecherin für Globale Entwicklung laut Parteipressedienst am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion über "Frauen der Westsahara - Gender und nationale Identität im Exil".

Die Politikerin forderte "mehr gelebte Solidarität mit dem Volk der Saharauis", das "seit bald vierzig Jahren darum bemüht (ist), sich von der Unterdrückung durch Marokko zu befreien, welches das Gebiet besetzt". Zwanzig Jahre nach Ausrufung des Waffenstillstands mit Marokko gelte die Westsahara heute noch immer als "letzte Kolonie Afrikas", viele Saharauis lebten in Flüchtlingslagern im Süden Algeriens. "Auch Österreich kann einen Beitrag dazu leisten, um endlich zu einer friedlichen Lösung zu kommen und damit zu einem historischen Erfolg für eine selbstbestimmte Westsahara beitragen", sagte Bayr, die Mitglied des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses ist.