Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

APA0442 AI 29.07.2011 14:52:59

Menschenrechtler befürchten Hinrichtung eines Pastors im Iran

Utl.: SPÖ-Bayr: Alarmierende Zunahme der Hinrichtungen im Iran

Eine sofortige und bedingungslose Freilassung des im Iran zum Tode verurteilten Pastors Youcef Nadarkhani hat die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verlangt. Sie kritisierte laut Kathpress am Freitag in Frankfurt, dass das iranische Konsulat die Annahme einer Liste mit 3.978 Unterschriften für eine Freilassung Nadarkhanis nicht angenommen habe.

Der 1977 geborene Pastor einer Pfingstgemeinde war im September des Vorjahres wegen "Verbreitung nichtislamischer Lehre" und "Abfalls vom islamischen Glauben" zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Kürzlich wurde das Urteil in einem Berufungsverfahren bestätigt.

Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre Nadarkhani nach Angaben der IGFM seit etwa 20 Jahren der erste Konvertit, der im Iran wegen seines Glaubens hingerichtet würde und bei dem der Staat diesen Tatbestand als offizielle Begründung verwende.

Petra Bayr, SPÖ-Abgeordnete und Mitglied des Menschenrechtsausschusses, kritisierte unterdessen die Zunahme der Hinrichtungen im Iran."Seriösen Schätzungen zufolge ist der Iran heute weltweit mit Abstand das Land mit den meisten Hinrichtungen - umgelegt auf die Gesamtbevölkerung", betonte Bayr am Freitag im SPÖ-Pressedienst. Allein 2010 seien es nach Schätzungen von Amnesty International 550 Menschen gewesen, unter ihnen Frauen und Minderjährige, die hingerichtet worden seien. Bayr plädiert dafür, dass sich Österreich als künftiges Mitglied im UNO-Menschenrechtsrat ab 2012 verstärkt für die Abschaffung der Todesstrafe weltweit einsetzt.

NGOs im Iran berichten laut SPÖ-Pressedienst, dass es immer wieder in den vergangenen Monaten zu geheimen Massenexekutionen in iranischen Gefängnissen gekommen sei. Unter den Hingerichteten hätten sich auch Regierungskritiker befunden. Einem Report von Iran Human Rights zur Folge warteten zuletzt 1988 vergleichbar viele Menschen in den Gefängnissen auf den Galgen. 2010 mussten zwei Drittel der Hingerichteten wegen Drogendelikten und 13 Prozent wegen Muharaba ("Krieg gegen Gott") im Iran ihr Leben lassen.