Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr: Aidsprävention bei Frauen läuft über Bildung und Selbstbestimmung

Utl.: Zugang zu Behandlung und Prävention stärker ausbauen

"Von HIV und Aids sind mittlerweile mehrheitlich verheiratete Frauen betroffen", erinnert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, am Dienstag bei einer Pressekonferenz zum Thema Aids an die alarmierenden Zahlen. "In manchen Staaten des südlichen Afrika sind bis zu 41 Prozent aller schwangeren Frauen HIV-positiv, viele von ihnen sind aufgrund schlechter medizinischer Grundversorgung und Geldmangel ohne jede Behandlung", weist Bayr auf die dramatische Situation für Frauen hin. ****

In Afrika haben zwei Drittel aller HIV-positiven, schwangeren Frauen keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung, die eine Übertragung der Krankheit auf ihre Kinder verhindern könnte. Obwohl im Bereich der antiretroviralen Behandlung zuletzt große Fortschritte erzielt wurden, erschweren die wirtschaftliche Rezession und die damit verbundenen Kürzungen im EZA-Bereich die Dotierung von entsprechenden Programmen wie UNAIDS oder dem Global Fund.

"Frauen stecken sich weit häufiger mit HIV an als Männer. Neben den unvermeidbaren biologischen Tatsachen spielt dabei die ökonomische Abhängigkeit von Frauen eine große Rolle: Sie sind oft nicht in der Lage, unerwünschten Geschlechtsverkehr zurückzuweisen oder auf die Verwendung eines Kondoms zu bestehen. Wirtschaftliche und rechtliche Gleichstellung sind also Grundvoraussetzungen im Kampf gegen die Krankheit. Nur wenn Frauen auch gesellschaftspolitisch gestärkt sind, hat die AIDS-Prävention auch wirklich eine Chance", so Bayr.

Zur Stärkung von Frauen gehört für Bayr vor allem Bildung: "Frauen, die eine über die Grundschulbildung hinausgehende Ausbildung haben, finden eher bezahlte Arbeit als nicht ausgebildete Frauen. Sie verfügen über ein eigenes Einkommen, das sie unabhängig und selbstbestimmt leben lässt. Solche Frauen können nicht nur viel eher über ihre Sexualität bestimmen, sie bekommen auch später und weniger Kinder, die wiederum besser ausgebildet sind als Kinder von Frauen ohne Berufsausbildung", erklärt Bayr die Zusammenhänge zwischen HIV-Prävention und Bildungspolitik.

Zu allererst müssen die Menschenrechte der Frauen und Mädchen nicht nur in den Entwicklungsländern gestärkt werden. Die UNO verfolgt daher die Strategie, Empowerment von Frauen stärker in die HIV-Prävention einzubinden. Selbstbestimmte Sexualität ist dabei, neben Aufklärung und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, ein wichtiger Baustein. Bayr setzt sich für die verstärkte Verwendung von Femidomen bei der Aids-Prävention ein, die Frauen eine Möglichkeit zum selbstbestimmten Schutz vor Geschlechtskrankheiten und unerwünschter Schwangerschaft gleichermaßen bieten und kritisiert, dass momentan nur ein Femindom auf 700 verteilte Kondome kommt.

"Bei allen Anstrengungen genügt es nicht, diese Ziele nur theoretisch zu formulieren, es muss auch ein Monitoring der Wirksamkeit der Programme gewährleistet sein, ansonsten laufen wir Gefahr, dass die verschiedenen Akteure auf nationalen, internationalen, staatlichen und nicht-staatlichen Ebenen aneinander vorbei arbeiten", so die Entwicklungssprecherin ab. (Schluss) bj/mp

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