Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr zum Decent Work Day: Mündig, solidarisch und fair handeln

Utl.: "Arbeitnehmer in Entwicklungsländern dürfen nicht weiter für unsere Ignoranz büßen"

Anlässlich des morgigen Tages der menschenwürdigen Arbeit (Decent Work Day), der heuer zum vierten Mal begangen wird, betont Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung: "Wir müssen hier in Europa solidarisch mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Entwicklungsländern sein, damit wir nicht gegeneinander ausspielbar sind - dulden wir heute deren schlechte Arbeitsbedingungen, werden wir morgen damit erpresst." Es könnten auch hierzulande die gleichen schlechten Arbeitsbedingungen gefordert werden - "unter dem Deckmantel der Erhaltung des Wirtschaftsstandorts und der Wettbewerbsfähigkeit Europas", sagte Bayr am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Der Welttag für menschenwürdige Arbeit sei ein Signal für alle Arbeitnehmer auf ihr Recht, sich gegen Ausbeutung und Diskriminierung zu wehren und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen mit fairer Entlohnung zu kämpfen, so Bayr, die betont, dass es um die diesbezüglichen Verhältnisse in Entwicklungsländern besonders schlecht stünde - insbesondere in sogenannten Freihandelszonen.

Bayr, die sich schon lange in Österreich für das Flower Label Program (FLP) einsetzt, spielt auf die besonders verheerenden Zustände in den Blumenfabriken z.B. in Äthiopien an, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind. "Der Lohn, der dort gezahlt wird, liegt selbst nach Weltbank-Ermessen weit unter der Armutsgrenze von zwei Dollar am Tag." Die Pestizidverseuchung sei außerdem lebensgefährlich. "Wir gedenken dieser Tage Otto Bauer, der mit dem Betriebsratsgesetz weltweit neue Maßstäbe gesetzt hat und trotzdem fragen wir, wenn wir Blumen kaufen, viel zu wenig nach, wo diese eigentlich herkommen und wie und von wem sie produziert wurden", so die Nationalratsabgeordnete.

Bayr bezieht sich auf die Studie "Toxication in bits" von FIAN Österreich, dem Food First Informations- und Aktionsnetzwerk. Die Studie beleuchtet speziell die Situation von Frauen in äthiopischen Blumenfarmen. "Die äthiopische Blumenindustrie wächst schneller als ihr gut tut und ohne ausreichenden, gewerkschaftlichen Schutz werden weiter Arbeiterinnen für unsere Ignoranz büßen müssen. Der Decent Work Day erinnert uns an unsere Verpflichtung, als mündige Konsumenten nachzufragen und auf Produkte zu bestehen, die unter sozialen und ökologischen Mindeststandards für die Arbeitnehmer produziert worden sind." Bayr appelliert an die Konsumenten: "Arbeits- und Menschenrechte müssen permanent eingemahnt werden, als mündiger Konsument weiß ich auch um meine Pflichten, nicht nur um meine Rechte. Je mehr Personen, Unternehmen und Institutionen fair produzierte Produkte einkaufen, desto größer sind die Chancen, dass die Arbeitnehmer in Äthiopien und überall anders auf der Welt auch faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen vorfinden. Darum appelliere ich an alle: Kauft fair". (Schluss) sc/mp

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