Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr: Belo Monte zerstört Lebensgrundlage indigener Bevölkerung

Utl.: Falsche Technologie für nachhaltige Entwicklung

Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, ist über die Vorgänge beim Bau des umstrittenen Mega-Wasserkraftwerks Belo Monte in Brasilien entsetzt. Nachdem der Präsident der Umweltbehörde, der nicht bereit war die Baubewilligung zu erteilen, von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff entlassen wurde, entschied sich dessen Nachfolger innerhalb von nur zwei Wochen für den Bau. 500 Hektar Land werden nun überflutet, zehntausende Menschen - unter ihnen viele indigene Gruppen - vertrieben. Protesten steirischer Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten zum Trotz verstärkt nun der heimische Anlagenbauer Andritz sein Engagement beim Bau des Kraftwerks. ****

Bayr: "Nur weil es ein Wasserkraftwerk ist, heißt das noch lange nicht, dass das Projekt automatisch auch gut ist. Es ist eine Schande, dass im Fall dieses Mega-Staudamms mit allen Mitteln einem veralteten Modernisierungsparadigma nachgeeifert wird, obwohl schon ganz andere, nachhaltigere Technologien vorhanden sind. Technologien, die für Brasilien durchaus erschwinglich wären und die wesentlich weniger negativen Einfluss auf die Lebensgrundlage der Bewohnerinnen und Bewohner Amazoniens hätten. Nachdem nun schon 30 Jahre diskutiert wurde, die Proteste der Bevölkerung unüberhörbar sind, die Staatsanwaltschaft sich eingeschalten hat und immer noch Verfahren laufen, wird dieses Monster-Kraftwerk nun trotzdem gegen alle Widerstände durchgezogen."

Die Entwicklungssprecherin zeigt sich verwundert, dass gerade in einem Land wie Brasilien umwelt- und menschenrechtspolitisches Versagen im großen Stil zugelassen wird: "Die Menschenrechte der Indigenen sind in Brasilien schließlich in der Verfassung verankert und trotzdem werden sie willkürlich, wie es den Anschein erweckt, auf dem Altar eines - vermeintlichen - Fortschritts und der Profitgier einiger weniger geopfert." So sehr es unbestritten sei, dass ein Land wie Brasilien Energie braucht, um seine Wirtschaft entwickeln zu können, so müsse doch die nachhaltige Entwicklung im Vordergrund stehen und nicht Technologien eingesetzt werden, die die Lebensgrundlage vieler zehntausender Menschen zerstören, so Bayr. (Schluss) pl/sv

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