APA416 5 WI 0181 08.Feb 11
Wien (APA) - Die Regierung stellt von heuer bis 2014 jährlich 100 Mio. Euro für die thermische Sanierung von privatem Wohnbau und Betriebsgebäuden bereit. Morgen, Mittwoch, entscheidet die Umweltförderungskommission, nach welchen Kriterien die Mittel vergeben werden. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (beide V) ernten bereits im Vorfeld Kritik wegen der kürzlich von ihnen vorgeschlagenen Förderrichtlinien.
Die in der Umweltförderungskommission vertretene Arbeiterkammer (AK), SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr sowie die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierten das angedachte Modell am Dienstag in Aussendungen als sozial ungerecht. Laut Bayr werden vor allem Einzelhausbesitzer, die ein Eigenkapital von mehreren tausend Euro aufbringen können, gefördert. Die AK bemängelt, dass keine zinsbegünstigten Kredite vorgesehen seien, damit sich auch Wenigverdiener Wärmedämmung leisten können. "Österreichweit sind etwa 330.000 Menschen von Energiearmut betroffen und fallen beim bestehenden Förderkonzept weitgehend durch das Raster", so auch Greenpeace-Experte Jurrien Westerhof. Lob gab es wenig überraschend von ÖVP-Wien-Wohnbausprecher Norbert Walter: "Durch den Sanierungscheck werden Investitionen von bis zu 700 Millionen Euro ausgelöst." (Schluss)snu/mer
APA416 2011-02-08/14:54