Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Nahrungsmittelspekulationen - Bayr plädiert für mehr Schranken bei Geschäften mit agrarischen Rohstoffen

Wurden Hungerkatastrophen früher hauptsächlich durch Dürre und andere Umweltkatastrophen ausgelöst, sind es heutzutage auch Phänomene wie "Landgrabbing" und Spekulationen die die Grundnahrungsmittel in Ländern wie Afrika verknappen oder die Preise so weit in die Höhe treiben, dass die ärmere Bevölkerung sich die Nahrungsmittel nicht mehr leisten kann. Das betonte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, am Donnerstag im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. ****

Landgrabbing (der Erwerb von Landflächen durch Unternehmen auf fremden Staatsgebieten) und die damit verbundene neoliberale Begleiterscheinung der Nahrungsmittelspekulation sind zwar nicht neu, neu sind allerdings die Ausmaße und die Skrupellosigkeit, mit der sie weltweit betrieben werden", so Bayr. Und weiter: "Exzessive Spekulationen auf Agrarrohstoffe verteuern vor allem in ärmeren Ländern die Grundnahrungsmittel enorm. Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen Hunger. Dort wo sich die Menschen das Essen nicht mehr leisten können, drohen Hungerrevolten."

Besonders in Afrika würden ausländische Investoren großflächig in den Agrarsektor einsteigen. Beispielsweise durch den Anbau von Palmen zur Herstellung von Palmöl - für Biokraftstoffe oder den Anbau von Zuckerrohr. Die Nachfrage für diese Produkte ist am Weltmarkt jedenfalls gewaltig. "Deshalb braucht es weltweite Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Landgrabbing verhindert wird", so Bayr.

Bayr spricht sich weiters für stärke Kontrollen der Spekulationen auf Nahrungsmittel aus: "Um die unkontrollierte Spekulation auf Nahrungsmittel einzudämmen, muss ein ordnender Rahmen für Derivate von Agrarrohstoffen vorgegeben werden. Und dies ist nur durch eine Transparenz- und Transaktions-Berichtspflicht möglich." Besonders der Handel außerhalb der Börse ("OTC-Geschäfte" - over the counter), der auch für die Finanzkrise im Bankensektor mitverantwortlich war, müsste, so die SPÖ-Nationalratsabgeordnete, transparenter und damit nachvollziehbarer werden. "Diese Geschäfte nehmen auch in Europa an Bedeutung zu, daher ist es notwendig, rechtzeitig darauf zu reagieren", betonte Bayr.

Die Klimakrise und die globale Erwärmung tragen bereits das Ihrige zur Nahrungsmittelknappheit in Teilen Afrikas und anderen Ländern bei. Durch Landgrabbing und stetig wachsende Konkurrenz von Nahrungs- und Nutzflächen wird diese ohnehin schon katastrophale Situation noch weiter verschlimmert", so Bayr abschließend. (Schluss) sv/mp

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