Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr: Stummer Schrei aus Ostafrika muss gehört werden

Utl.: Hunger und Dürre bedrohen elf Millionen Menschenleben, Frauen von massiver sexueller Gewalt betroffen

Verstärkte Anstrengungen für das Überleben von etwa elf Millionen Menschen, die gegenwärtig an der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika leiden, forderte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung am Mittwoch im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. "Die Bilder der überfüllten Flüchtlingslager, die Kinder, die akut mangelernährt sind, das verzweifelte Warten auf Regen, der doch erst - falls er endlich kommt - in einigen Monaten Ernten möglich machen wird: all diese Tatsachen schreien nach verstärkter Unterstützung durch die internationale Staatengemeinschaft", sagte Bayr. Die lebensbedrohliche Situation verschärft sich zusehends und ohne groß angelegter, gut koordinierter internationaler Hilfe ist mit einer der schlimmsten Hungerkrisen seit Jahrzehnten zu rechnen, so Bayr, die davon ausgeht, dass die Situation am Horn von Afrika auch Gegenstand des morgigen EU-Gipfels sein wird. ****

Die vereinten Nationen haben mit heutigem Tag offiziell eine Hungersnot für Teile Somalias ausgerufen, das ist dann der Fall, wenn mehr als 30 Prozent der Menschen an akuter Mangelernährung leiden oder jeden Tag mehr als zwei von 10.000 Menschen bzw. vier von 10.000 Kindern aufgrund von Unterernährung sterben. "Hinter diesen nackten Zahlen stehen tausende von Schicksalen, der Kampf ums nackte Überleben, die verzweifelte Flucht in die Hoffnung, anderswo Nahrung und Wasser zu finden" ist Bayr ob des menschlichen Leides erschüttert und verlangt neben akuter Nothilfe in Form von Infrastruktur, Nahrung und gesundheitlicher Basisversorgung auch entwicklungspolitische Investitionen in eine krisenresistentere Landwirtschaft am Horn von Afrika. "Investitionen in die ländliche Entwicklung sind eine wichtige Grundlage dafür, die Ernährung der überwiegend bäuerlichen Bevölkerung zu sichern. Die grundlegenden Veränderungen durch den Klimawandel in der Region werden sie aber nur schwer wett machen können", appelliert Bayr auch an die Staatengemeinschaft, endlich ernsthafte Anstrengungen zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen international vertraglich zu vereinbaren.

Jene verzweifelten Menschen, die die Flüchtlingslager erreichen, sind nach Berichten vor Ort aber auch dort nicht sicher: "Es mehren sich die Berichte über sexuelle Übergriffe an Frauen und Mädchen, die in den Lagern vermeintlich Sicherheit gefunden haben. Aber auch am Weg in die Lager werden Frauen, die ohnehin schon um ihr Leben fürchten, häufig Opfer von sexueller Gewalt" ist Bayr über die Berichte aus Kenia und Äthiopien entsetzt. "Frauen und Mädchen vor Ort zusätzliche spezifische Hilfe anzubieten, ist ein Gebot der Stunde, sagte Bayr und hofft auf den baldigen Aufbau funktionierender staatlicher Strukturen in der Region, die solche Delikte auch verfolgen und ahnden können. (Schluss) sv/mp

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