Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Weltbevölkerungstag: Sieben Milliarden Menschen teilen sich heuer eine Welt

Utl.: Moderne Familienplanung schützt Klima und sichert Ernährung

Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli 2011 macht Petra Bayr, SPÖ Bereichssprecherin für globale Entwicklung, auf das ungebrochen rasante Bevölkerungswachstum aufmerksam: "Mit heutigem Tag leben etwa 6.974.000.000 Menschen auf unserer Erde, das ist ein neuer Höchststand. Diese Zahlen sind dramatisch und ein Ende des Wachstums ist noch lange nicht in Sicht: Jede Sekunde kommen fast drei Menschen hinzu - das sind etwa 80 Millionen Menschen - also zehnmal die Bevölkerung Österreichs - im Jahr. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben." Das Bevölkerungswachstum finde fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt und beeinträchtige in hohem Maße die wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Entwicklung dieser Länder, erklärt Bayr am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Um das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen, spielen Familienplanung und Frauenförderung zentrale Schlüsselrollen. Dazu Bayr: "Nur wenn gezielt Frauen gestärkt werden - dazu gehört neben der Frauenförderung besonders der Zugang zu Familienplanung und Verhütungsmitteln, zu Aufklärung und Bildung - kann das rasante Bevölkerungswachstum gedrosselt werden." Etwa 76 Millionen Frauen in Entwicklungsländern werden ungewollt schwanger, weil sie keinen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden haben. Über 20 Millionen Abtreibungen jährlich sind ein Hinweis darauf, dass es an notwendiger Aufklärung und an Verhütungsmitteln fehlt. "Frauen übernehmen Verantwortung für sich und ihre Familie, sie tragen die Hauptverantwortung für die Lebensmittelproduktion und für die Wasserversorgung. Mit ihren Problemen in der Familienplanung werden sie oft alleine gelassen. Umso bedauerlicher ist es, dass in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Fragen von sexueller und reproduktiver Gesundheit nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen", hält die Entwicklungspolitische Sprecherin fest.

Die Verlangsamung des Bevölkerungswachstums ist heute wichtiger denn je: das Bevölkerungswachstum gefährdet besonders das Weltklima. "Noch heuer werden sich mehr als sieben Milliarden Menschen diesen einen Planeten teilen müssen und damit auch seine Ressourcen, sein Wasser und seine Anbauflächen für Nahrung", macht Bayr auf die globale Verknappung von Lebensgrundlagen aufmerksam und führt weiter aus: "Nach wie vor hungern über eine Milliarde Menschen und durch die Wirtschafts- und Finanzkrise ist zu befürchten, dass es nicht weniger, sondern noch mehr werden. Die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise etwa durch Spekulationen, aber auch die zunehmende Konkurrenz von Nahrungsmittel- und Agrotreibstoffproduktion lassen befürchten, dass die Konflikte dieser Welt zukünftig um Nahrung und Wasser geführt werden."

Notwendig sei nach Ansicht der Abgeordneten eine andere Agrarpolitik der Industrieländer und ein fairer Welthandel, damit die Produkte der Entwicklungsländer auch reale Absatzchancen haben. Ein Schlüssel zur Bekämpfung des Hungers sei die Entwicklung der ländlichen Gebiete zur Erhöhung der Versorgung im eigenen Land. Dazu Bayr: "Hier muss mehr investiert werden. Nur vier Prozent der weltweiten Entwicklungsausgaben fließen in den Agrarsektor. Und es ist auch keine Frage, dass die Erreichung aller Millenniumsziele nur dann gelingt, wenn die Industriestaaten ihre Zusagen einhalten." Bayr weist in diesem Zusammenhang auch auf die internationalen Zusagen Österreichs hin, die bis 2015 nicht eingehalten werden und fordert eine Nachbesserung des Budgetrahmens und einen klaren Pfad, wie die Ziele wenigstens bis 2018 erreicht werden können. (Schluss) bj/mp

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