Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr: Der ewige Kampf um Verhütungsmittel

Utl.:Zugang zu Verhütungsmitteln ist ein grundlegendes Frauenrecht - weltweit!

 Das Parlament in Honduras steht vor einer schwerwiegenden Entscheidung. In den kommenden Tagen soll darüber abgestimmt werden, ob die "Pille danach" kriminalisiert werden wird. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Teenager mit Gefängnisstrafen zu rechnen haben, wenn sie Gebrauch von der Notfallverhütung machen, selbst dann, wenn sie vergewaltigt wurden. "Dieser Gesetzesvorschlag bricht mit allen Frauenrechten und kriminalisiert Frauen grundlos", ist Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, verärgert. "Dieses Gesetz würde zu einer mehrfachen Missachtung der Frauenrechte beitragen: Wird ein Mädchen oder eine Frau vergewaltigt, befindet sie sich nach der ersten Verletzung ihres Rechts auf körperliche Integrität in einer Krisensituation und sollte jede erdenkliche Unterstützung bekommen, statt weiteren Ängsten ausgesetzt zu werden und erneut eine Verletzung ihres Rechts auf Selbstbestimmung zu erfahren", führt Bayr am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst aus. ****

Der Gesetzesvorschlag sieht über die Kriminalisierung der Anwenderinnen auch jene der Ärztinnen und Ärzte vor, welche die "Pille danach" ausgeben. "Honduras ist leider nicht das einzige Land, das die Pille danach verbietet, aber mit diesem Gesetz wäre es das einzige Land, das Gefängnisstrafen androht. Der niederschwellige Zugang zu Notfallverhütung ist für Frauen enorm wichtig", so Bayr.

Der Kampf um einfachen und leistbaren Zugang zu Verhütungsmitteln wird in vielen Ländern der Welt geführt. Wie liberal und niederschwellig dieser ist, kann als guter Indikator gesehen werden, auf welchem Stand sich die Frauenrechte in den einzelnen Staaten befinden. "Gerade tobt auch in den USA eine heiße Debatte um den Zugang und die Finanzierung von Verhütungsmitteln. US-Präsident Obama setzt sich dafür ein, dass Versicherungen auch Familienplanung, also Verhütungsmittel inklusive der "Pille danach", decken sollen. Leider läuft die Konservative, mit Rückendeckung der katholischen US-Bischöfe, gegen diesen Vorschlag Sturm und sieht das Recht der Gewissensfreiheit verletzt. "Ich verurteile diesen Zugang auf das Schärfste. Jede Frau hat das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung und nur durch Abstinenz, wie es die katholische Kirche vorsieht, zu verhüten, ist eine Zumutung und illusorisch", führt Bayr aus.

Laut Angaben von UNFPA, dem Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, haben weltweit 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl sie dies wünschen. "Wir haben also noch viel zu tun, um Frauen weltweit zu ihrem Recht auf selbstbestimmte Familienplanung zu verhelfen, am besten natürlich mit einer Kostenübernahme durch staatliche Versicherungen", schließt Bayr. (Schluss) bj/mp

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OTS0154 2012-04-20 12:05 201205 Apr 12 SPK0004 039