Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Frauenberger, Bayr, Linemayr-Wagner und Fiala: "Mein Körper, meine Entscheidung!"

Utl.: Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau, gegen Hetze radikaler AbtreibungsgegnerInnen!

Im Vorfeld des Welt-Gebets-Kongresses von Human Life International (HLI) stellen die Stadt Wien, die Wiener SPÖ Frauen, Gynmed und die ÖGF fest, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper ein zentraler Grundsatz ist, der nicht angetastet werden darf. "Wir stehen auf der Seite der Frauen. Denn an der Fristenlösung und dem Selbstbestimmungsrecht der Frauen darf nicht gerüttelt wird!", betonen Frauenberger, Bayr, Linemayr-Wagner und Fiala unisono am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.****

Frauenberger: Brauchen bundesweite Lösung für Schutzzonen vor Kliniken

"Als Wiener Frauenstadträtin ist es meine Aufgabe sicherzustellen, dass jede Frau selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden kann. Das beginnt damit, dass wir ein Beratungsangebot zur Verfügung stellen, wo Frauen tatsächlich objektiv beraten werden und religiöse oder ideologische Einstellungen keine Rolle spielen. Denn zentral für meine politische Arbeit ist das Wohlbefinden der Frauen. Außerdem müssen wir Frauen den offenen und unbehinderten Weg zu einer medizinischen Einrichtung ermöglichen. Dass ein Schwangerschaftsabbruch in öffentlichen Spitälern durchgeführt werden kann, ist nicht in jedem Bundesland selbstverständlich", unterstreicht die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

Es müsse daher auch gewährleistet sein, dass Frauen medizinische Einrichtungen, die Abbrüche vornehmen, unbehindert betreten können. "Psychische und physische Barrieren militanter AbtreibungsgegnerInnen stellen für Rat suchende Frauen eine unzumutbare Belastung dar. Deshalb brauchen wir endlich eine bundesweite Lösung für Schutzzonen vor Kliniken", so Frauenberger.

Bayr: Rechte Langzeitaffäre mit radikalen AbtreibungsgegnerInnen

SPÖ-Nationalrätin Petra Bayr zeigt die Verbindungen zwischen Teilen der konservativen politischen Rechten und radikalen AbtreibungsgegnerInnen in Österreich auf. "Es ist erschreckend, wie nah sich die politische Rechte und fundamentale KatholikInnen in Österreich stehen. Da gibt es etwa Ewald Stadler, der radikale Abtreibungsgegner vor Gericht verteidigt hat - ohne Erfolg. Die Verhandlung führte zu Schuldsprüchen wegen Stalkings bei allen vier Angeklagten." Auch die ÖVP Wien hat ihre Einstellung zum Thema Schwangerschaftsabbruch bewiesen, als sie 2005 Gudrun Kugler-Lang auf die Liste für die Gemeinderatswahl stellte: "Damit hat die ÖVP Wien klar gezeigt, dass sie fundamentale AbtreibungsgegnerInnen in ihren Reihen duldet. Das ist einfach frauenverachtend. Das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ist unbedingt zu wahren", so Bayr.

Als Bereichssprecherin für globale Entwicklung stellt Bayr fest, dass etwa die Hälfte aller weltweiten Abtreibungen unsicher vorgenommen wird: 98 Prozent aller unsicheren Abtreibungen passieren in den so genannten Entwicklungsländern. 29 von 1.000 Frauen im Alter von 15 bis 49 haben in Afrika haben einen Abbruch. In Europa, wo die Gesetze liberaler sind, mehr Aufklärungsarbeit betrieben wird und der Zugang zu Verhütungsmittel besser ist, haben nur 12 pro 1.000 Frauen im reproduktiven Alter einen Abbruch. Weltweit ist 215 Millionen Frauen der Zugang zu effektiven Verhütungsmittel verwehrt, obwohl sie dies gerne hätten.

Linemayr-Wagner: Ungleicher Zugang zu Familienplanung für Frauen und Männer

Nach wie vor herrschen großes Unwissen und große Unsicherheit bei Jugendlichen über Fragen zu Verhütung, der Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften sowie sexuell übertragbaren Infektionen. "Häufig geht dies einher mit einer Unsicherheit und einem Unwissen gegenüber dem eigenen Körper und der sich entwickelnden Sexualität. Eltern, Lehrerinnen und Lehrer stehen dieser Unsicherheit von Jugendlichen häufig rat- und sprachlos gegenüber. Daher ist es dringend notwendig, Sexualerziehung für unsere Kinder als ständigen Begleiter während der Schullaufbahn und auch schon in der Kindergartenzeit einzuführen", betont Drin Claudia Linemayr-Wagner, Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF).

Fiala: Verhütung und Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein!

"Während wir in Österreich noch nicht einmal Verhütung auf Krankenschein haben und Frauen auch einen Schwangerschaftsabbruch selbst bezahlen müssen, ist die Diskussion im Rest von Westeuropa seit vielen Jahren bereits viel weiter", erklärt der ärztliche Leiter des Gynmed Ambulatoriums, DDr. Christian Fiala. So werden beispielsweise in Frankreich demnächst die Kosten für einen Abbruch vollständig von der Krankenkasse übernommen. (Bisher wurden 70-80% bezahlt, bzw. nur für Sozialhilfeempfängerinnen die vollen Kosten). "Es wäre wichtig, dass wir in Österreich auch endlich anerkennen, dass Verhütung und Abbruch kein Luxus sind, sondern eine medizinische Basisversorgung. Entsprechend sollten die Kosten, wie im übrigen West-Europa auch von der Krankenkassa übernommen werden", fordert Fiala.

Schwangerschaftsabbruch in Wien

Der Wiener Krankenanstaltenverbund bietet einen Schwangerschaftsabbruch als ambulante Leistung an:

-) Ein Beratungsgespräch ist Voraussetzung zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruches in einem Krankenhaus der Stadt Wien.  -) Neben der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung  bieten die Frauengesundheitszentren FEM und FEM Süd kostenlos Information sowie psychosoziale Beratung an. Dieses Beratungsgespräch ist kostenlos und anonym. -) Um einen Zuschuss von der MA 40 zu bekommen, ist ein Beratungsgespräch in der Regionalstelle des Jugendamtes oder im Eltern-Kind-Zentrum erforderlich (Ein Zuschuss wird nur für den 1. Schwangerschaftsabbruch gewährt.)  -) Ambulanter Schwangerschaftsabbruch in den gynäkologischen Ambulanzen folgender Spitäler: Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef Spital, Krankenhaus Hietzing, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wilhelminenspital, Semmelweis-Frauenklinik der Krankenanstalt Rudolfstiftung, für KFA-Versicherte: Krankenhaus Hera -) Private Beratung/Behandlung: Pro:woman Ambulatorium, Woman & Health, Gynmed, VenusMed, Frauen.Gesundheit.Nussdorf.  (Schluss) nk

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