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10 Jahre stopFGM - Heinisch-Hosek und Bayr stellen Erfolge und weitere Schritte gegen weibliche Genitalverstümmelung vor

Utl.: Bis zu 90 Prozent der Frauen in 28 afrikanischen Staaten von FGM betroffen - Bisherige Initiativen zeigen Erfolg - Umfassende Datenerhebungen erforderlich

Seit zehn Jahren besteht die Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung "stopFGM" (FGM = Female Genital Mutilation, weibliche Genitalverstümmelung, www.stopFGM.net). In einer gemeinsamen Pressekonferenz resümierten SPÖ-Entwicklungssprecherin und Sprecherin der Plattform Petra Bayr, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sandra Pfleger, ehemalige Mitarbeiterin des Instituts EIGE (European Institute for Gender Equality), über die bisherigen Erfolge und nächsten Schritten der Initiative. Die Aktivitäten gegen FGM zeigen Wirkung: "Es ist schon viel passiert, die Zahlen gehen nachweislich hinunter", betonte Bayr. In vielen Familien und Dörfern setzt ein Umdenken ein. Mangelhaft sei allerdings die Datenlage - umfassende, weltweite Erhebungen, vor allem im asiatischen Raum, seien dringend erforderlich. "Nur so können wir gezielt auf die in Österreich lebenden Frauen aus diesen Kulturkreisen eingehen", betonte Bayr. ****

Vor zehn Jahren wurde auf der Konferenz "Zero Tolerance to FGM" in Addis Abbeba der Internationale Gedenktag gegen FGM (6. Februar) ausgerufen - der Anstoß zur Gründung der Plattform stopFGM in Österreich. Die Initiative stopFGM hat als ersten Schritt die Grundlagen zu FGM in die Hebammenausbildung integriert; danach wurden auch Info-Veranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte organisiert. "Die meisten in Österreich lebenden, betroffenen Mädchen werden in den Schulferien in ihrem Heimatland verstümmelt", erklärte die SPÖ-Entwicklungssprecherin. Wichtig sei zu vermitteln, dass diese Tradition keineswegs religiös geboten ist.

Weiterbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen, ein Infofolder für Eltern, der in mehreren Sprachen in Arztpraxen aufliegt, und andere Maßnahmen klären über FGM auf. Auf Initiative von Frauenministerin Heinisch-Hosek wurden auch Weiterbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Frauenberatungsstellen ermöglicht. "Österreich gilt mit seinen Aktivitäten als best practice-Beispiel", unterstrich Petr Bayr. Bayr fordert als Vorsitzende des entwicklungspolitischen Unterausschusses im Parlament auch mehr Mittel für die reproduktive Gesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

"Frauenrechtsverletzungen sind Menschenrechtsverletzungen", betonte Frauenministerin Heinisch-Hosek. Weltweit sind 155 Mio. Frauen von FGM betroffen, vor allem in Afrika, aber auch im Mittleren Osten, Mexiko oder Peru. "Oft sind Frauen aus diesen Ländern in Österreich, um ein neues Leben zu beginnen. Hier stellt sich die Frage, wie wir ihre Töchter vor FGM bewahren und sicherstellen können, dass dieser Tradition Einhalt geboten wird." Die Ministerin hat im Jahr 2012 Einrichtungen, die sich mit diesem Thema befassen, mit rund 90.000 Euro subventioniert.

Es würden auch Gespräche mit dem Gesundheitsministerium geführt, das Thema etwa bei den Untersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zu integrieren. Von zentraler Bedeutung sei es, Hebammen und andere Berufsgruppen sowie die Opferschutzgruppen in Krankenhäusern zu schulen und zu sensibilisieren und schon in der Ärzteausbildung anzusetzen. "Wir wollen das Thema auch in der Öffentlichkeit aus der Tabuzone holen", betonte die Ministerin. Am 11. März findet eine Veranstaltung zum Thema "Migration von Frauen und strukturelle Gewalt" im Europahaus statt. "Auch in Zukunft gilt es, Frauen und Mädchen vor dieser Menschenrechtsverletzung, vor dieser Gewalt, zu schützen", fasste die Frauenministerin zusammen und sprach Petra Bayr und allen "Mitstreiterinnen" ihren Dank aus.

Im Jahr 2012 hat das European Institute for Gender Equality im Auftrag von EU-Kommissarin Reding eine EU-weite Studie zu FGM durchgeführt. Sandra Pfleger, die Mitarbeiterin des Instituts war, erklärte, dass das Thema FGM auf EU-Ebene von mehreren Seiten aufgegriffen wird. "Alle haben die Forderung nach einer adäquaten Datensammlung gemein", sagte Pfleger. Die Ergebnisse der Studie werden im März präsentiert.

 

SERVICE: Nähere Infos zur Plattform FGM und der Studie unter http://www.spoe.at/bilder/d282/2013-02-04_PK_10_Jahre_stopFGM.pdf  Bilder zur Pressekonferenz stehen unter http://www.flickr.com/photos/sozialdemokratie/sets/72157632687521148 zur Verfügung. (Schluss) bj/mo

 

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