Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr: Kinder mit Fluchterfahrung müssen Zugang zu Bildung haben

Utl.: Partnerländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit tragen große Last in der Betreuung von Flüchtlingen

Als „dramatischen Weckruf“ betrachtet Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, den heute veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF mit dem Titel „Entwurzelt“ über Zahlen und Fakten der gegenwärtigen globalen Fluchtbewegungen. „Dass ein Drittel aller in der Ägais auf der Flucht ertrunkenen Menschen Kinder sind, ist absolut dramatisch“, hebt Bayr eine Zahl aus dem heute veröffentlichten Bericht zu Kindern auf der Flucht hervor, der im Vorfeld zum UN-Gipfeltreffen zu weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen Ende September in New York erstellt wurde. „Als Nachbarkontinent haben wir uns dafür einzusetzen, dass Menschen in Afrika und Asien vor Ort eine Perspektive für sich und ihre Kinder sehen und nicht in die Flucht gezwungen werden. Dazu braucht es den Aufbau von Infrastruktur, Bildung, medizinischer Versorgung und vor allem fair entlohnter Arbeit für junge Menschen", betont Bayr die wichtige Aufgabe der Entwicklungspolitik. ****

"Speziell in den Partnerländern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit müssen wir über die Grundaufgaben der mittel- und langfristig wirkenden EZA hinaus auch die Versorgung von Flüchtlingen unterstützen und auch die aufnehmenden Gesellschaften stärken. Unser Schwerpunktland Äthiopien beherbergt derzeit mehr als 740.000 Flüchtlinge. Das ist eine riesige Herausforderung“, so Bayr. Auch UNICEF warnt, dass es vor allem viele afrikanische und asiatische Länder sind, die selbst zu den ärmsten ihrer Kontinente gehören, die gegenwärtig die meisten Flüchtlinge aufnehmen müssen und zusätzlich zu den ohnehin schon bestehenden Problemen und dem chronischen Mangel vor weiteren zum Teil unlösbaren Herausforderungen stehen.

Damit Kinder mit Fluchterfahrung nicht doppelt stigmatisiert werden, unterstreicht Bayr, wie wichtig der Zugang zu Bildung auch in Flüchtlingslagern ist: „Damit Kinder eine Chance in der aufnehmenden Gesellschaft oder zurück in der Heimat haben, ist Bildung unerlässlich.“ Die zentrale Rolle von Bildung für Kinder wurde auch beim ersten internationalen Gipfel zur humanitären Hilfe im Mai in Istanbul betont und es gab dazu wichtige Zusagen der internationalen Staatengemeinschaft. Diese müssten jetzt dringend in die Realität umgesetzt werden. (Schluss) bj

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