Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

Bayr zum Tag der Gewaltlosigkeit: Strukturelle Gewalt gegen Frauen beseitigen

Utl.: Geplantes Totalverbot des Schwangerschaftsabbruchs in Polen ist Form der strukturellen Gewalt

 „Den Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen, das heißt, auch nach einer Vergewaltigung, zu verbieten, ist eine Form der strukturellen Gewalt an Frauen“, kritisiert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, anlässlich des Internationalen Tages der Gewaltlosigkeit am 2. Oktober das aktuelle Gesetzesvorhaben in Polen. In Polen lobbyieren konservative und religiöse Kräfte für ein restriktives Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch, das diesen mit bis zu fünf Jahren Haft bestrafen soll. Auch bei Fehlgeburten sollten strafrechtliche Ermittlungen durchgeführt werden. „Es ist naiv zu glauben, dass Gesetze Schwangerschaftsabbrüche verhindern können. Abbrüche wird es immer geben, durch präventive Maßnahmen, wie faktenbasierte Aufklärung und einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln, kann die Anzahl reduziert werden“, betont Bayr. „Je strenger die Gesetze, desto größer das gesundheitliche Risiko und der psychische Druck für die Frau“, ist Bayr überzeugt. ****

„Jährlich sterben weltweit laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 47.000 Frauen an den Folgen eines unsicheren Schwangerschaftsabbruches. Das Leben jeder dieser Frauen ist struktureller Gewalt zum Opfer gefallen, sei es am Altar des Fundamentalismus, des Frauenhasses oder der Bigotterie“, betont die Nationalratsabgeordnete. Ein professionell durchgeführter Abbruch ist ein medizinisch einfacher Eingriff, der meist ohne Komplikationen verläuft. „In Nicaragua, Chile, El Salvador, der Dominikanischen Republik und Malta ist der Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen verboten. In vielen afrikanischen Ländern ist ein Abbruch nur erlaubt, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist. Dass das Leben vieler Frauen wissentlich durch unsichere Abbrüche in Gefahr gebracht wird, wird meist aus religiösen Überzeugungen heraus übersehen“, kritisiert Bayr. (Schluss) ve/mp


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