Favoritner Nationalratsabgeordnete der SPÖ

SPÖ-Bayr: Müssen im Kampf gegen FGM Allianzen schmieden

Utl.: Derzeit 125 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen

Anlässlich des bevorstehenden International Day of Zero Tolerance to FGM am 6. Februar machte Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung, heute, Donnerstag, in einer Pressekonferenz auf die Herausforderungen, Female Genital Mutilation (FGM) zu bekämpfen, aufmerksam: „Es ist sehr schwer, mit einer Praxis zu brechen, die 5.000 Jahre alt ist“, so Bayr. „FGM hat keine religiöse Grundlage, dennoch ist diese Form von Gewalt tradiert.“ Bayr hält an der Wichtigkeit von Aufklärung und Dialog fest: „Immer mehr Menschen in den betroffenen Ländern verstehen, dass sie ihre Frauen, ihre Töchter gefährden. Laut UNICEF-Umfragen sind 2/3 der Frauen in den genannten Ländern und beinahe 2/3 der Männer der Meinung, dass FGM nicht weiter praktiziert werden soll. Darauf müssen wir aufbauen, weiterhin weltweit PartnerInnen im Kampf gegen FGM finden und Allianzen schmieden“, stellt Bayr klar. ****

Noch vor zwölf Jahren, als die SPÖ-Abgeordnete die erste Pressekonferenz zum Thema FGM abhielt, waren weltweit etwa 155 Millionen Mädchen und Frauen von körperlichen und seelischen Folgen von FGM betroffen. Laut Angaben des UN-Kinderhilfswerkes UNICEF sind es heute etwa 125 Millionen Mädchen und Frauen. „Das sind immer noch unendlich viele, doch wir erleben einen Fortschritt“, fasst Bayr zusammen.

„Diese gewalttätige Praxis findet zumeist in insgesamt 29 afrikanischen und arabischen Staaten, darunter Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen, statt. Zahlen über FGM in Asien und Lateinamerika sind kaum verfügbar“, kritisiert die Abgeordnete. Doch FGM wird durch Migration auch innerhalb Europas verübt. In Österreich sind laut Schätzungen etwa 8.000 Frauen und Mädchen betroffen.

24 von 54 afrikanischen Staaten haben Gesetze verabschiedet, die FGM verbieten. Jedoch: „Gesetze alleine reichen oft nicht. Wenn diese in den Hauptstädten der Staaten beschlossen werden, finden sie häufig nicht Eingang in die tägliche Praxis in den Peripherien“, erklärt Bayr.

Die Entwicklung geht unterschiedlich schnell voran: „Während in Kenia und Tansania die Zahlen der Betroffenen rückläufig sind, ist der Kampf gegen FGM in Ländern wie Dschibuti, Ägypten, Guinea und Somalia zäher. Hier merken wir, dass diese Menschenrechtsverletzung noch länger nicht der Vergangenheit angehören wird“, fasst Bayr zusammen.

Eine besondere Herausforderung stellt für die Abgeordnete das Bevölkerungswachstum dar: Obwohl der prozentuelle Anteil von betroffenen Mädchen und Frauen weltweit zurückgeht, steigt die absolute Zahl an. 1965 kamen 9 Prozent aller Mädchen in jenen Ländern zur Welt, in denen FGM praktiziert wurde, das waren 14.000 pro Tag. 2015 waren es 21 Prozent und damit 39.000 pro Tag. „2050, so die Schätzungen der Vereinten Nationen, werden 31 Prozent aller Mädchen in jenen 29 Ländern zur Welt kommen, in denen FGM verbreitet ist“, zeichnet Bayr die Entwicklungen nach. „Wird FGM in 2050 im gleichen Ausmaß praktiziert wie heute, werden jährlich 6,6 Millionen Mädchen mit dieser Gewalttat konfrontiert und ein Leben lang von den Folgen geprägt sein“, verdeutlicht Bayr.

Positiv ist für die Abgeordnete, dass sich die internationale Staatengemeinschaft im September 2015 auf insgesamt 17 Sustainable Development Goals (SDGs) geeinigt hat. Im fünften Ziel, welches die Gleichberechtigung der Geschlechter weltweit zum Ziel hat, wird auch ein Ende aller schädlichen Traditionen gefordert, darunter Kinder- und Zwangsehen sowie FGM. „Mit solchen Maßnahmen geht man einen richtigen Weg und ich hoffe, dass wir immer mehr zu jenen vordringen, die an dieser Praxis festhalten und sie davon überzeugen können, mit ihr zu brechen, zum Wohle der Frauen weltweit“, schließt Bayr. (Schluss) kg/sc

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