Auf der Großbaustelle des österreichischen Chemiekonzerns Borealis in Antwerpen wurden laut Medienberichten aktuell 174 Opfer von Menschenhandel entdeckt. Das österreichische Unternehmen OMV ist Mehrheitseigentümer des Chemieunternehmens Borealis. „Dass Menschenhandel und Arbeitsbedingungen, die allen rechtlichen Standards spotten, mitten in der Europäischen Union passieren, ist erschütternd und zeigt, dass manche Firmen vor nichts zurückschrecken, wenn es ums Profitmachen geht“, ist Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, entsetzt. „Bei all unseren Debatten zu einem Lieferkettengesetz haben wir den außereuropäischen Raum im Blick, wollen Unternehmen rechtlich dazu verpflichten, Menschen-, Sozial- und Umweltrechte am Beginn und entlang der ganzen Lieferkette zu respektieren. Dass im Jahr 2022 dazu auch innerhalb der EU Handlungsbedarf besteht, ist ernüchternd“, so die Abgeordnete weiter.
Bayr: „Den Opfern der Arbeitsausbeutung und der Menschenrechtsverletzungen an der Baustelle der österreichischen Firma Borealis ist sofort Unterstützung zukommen zu lassen.“ Von den österreichischen relevanten Institutionen erwartet Bayr sich, die belgischen Strafverfolgungsbehörden in den Ermittlungen proaktiv zu unterstützen: „Es ist auf der Stelle sicherzustellen, dass die betroffenen Arbeiter*innen unbürokratisch Hilfe und Schutz bekommen, die Vorgänge in Antwerpen aufgeklärt werden, ermittelt wird, ob das Unternehmen auch in anderen Bereichen illegal seine Geschäfte betreibt und die Verantwortlichen müssen gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen dürfen sich niemals kaufmännisch rechnen, nicht in der EU und auch nicht außerhalb“, so Bayr.
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