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Wien (APA) - "Weltweit gibt es mehr als 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon leben mehr als 80 Prozent in Entwicklungsländern", erklärte Außenminister Michael Spindelegger (V) in einer Aussendung anlässlich des morgigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Den Betroffenen würden oft grundlegende Menschenrechte verwehrt. "Den gleichberechtigten und barrierefreien Zugang zu allen Menschenrechten zu ermöglichen - das ist unser aller Verpflichtung."
Eine eigene Behindertenbeauftragte in der österreichischen Entwicklungsagentur ADA sorge seit heuer verstärkt für die Umsetzung von Zielen in diesem Bereich, so Spindelegger. Mehr als 72 Staaten hätten die UNO-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen ratifiziert und der Entschluss der EU, der Konvention beizutreten, sei eine weitere Stärkung: "Damit wird die Europäische Union als Gesamtes in die Pflicht genommen, europäisches Recht 'barrierefrei' zu gestalten."
"Die Anliegen behinderter Menschen müssen integrierter Teil einer ganzheitlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) sein", erklärte auch Franz Glaser, ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit. "Allein der Faktor Armut und der damit zusammenhängende Mangel an Nahrung und medizinischer Versorgung verursachen die Hälfte aller Behinderungen weltweit", so Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung. Deshalb sei es wichtig, die Millenniums-Ziele der Vereinten Nationen zu realisieren. Für Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) ist oberstes Ziel, Behinderten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern und dafür zu sorgen, dass sie in Beschäftigung bleiben.
Die Grüne Behinderten-Sprecherin Helene Jarmer erklärte, es dürfe nun nicht nur bei der Ratifizierung der UN-Konvention bleiben. Wichtig wäre eine Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes; besonders in den Bereichen Bildung, Bauen und Verkehr gebe es Nachbesserungsbedarf. Jarmer kündigte in diesem Zusammenhang einen Initiativantrag an.
(Forts. mögl.) ssc/gu
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