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Wien (OTS/SK) - "Offensichtlich gehen den Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung die sachlichen Argumente gegen die gesetzlichen Quoten für Mehrweggebinde aus. Nur so ist zu erklären, dass sie mit irreführenden Begriffen und Zahlen hantieren, wenn es darum geht, Gesetze für den Schutz von Ressourcen, Abfallvermeidung, Energiesparen und die finanzielle Entlastung der Konsumenten zu machen", zeigt sich SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr über deren unlautere Argumente verärgert. "Ein Bonus-Malus-System, das pro Handelsbetrieb eine Überzahl von Einweggebinden finanziell schlechter stellt und Mehrwegflaschen im Gegenzug fördert, hat weder etwas mit einer Steuer zu tun, noch führt ein solches Lenkungsmodell zu einer Mehrbelastung der Konsumenten", stellt Bayr am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst klar. ****
Die Killerargumente "Massensteuer" und "Belastung für den Konsumenten" sind an den Haaren herbeigezogen, das Gegenteil ist der Fall: "Momentan werden Konsumenten, die oft zum Einweggebinde greifen müssen, dreimal finanziell belastet", rechnet die Umweltsprecherin vor:
1. Sie zahlen jedes Mal wieder für die Herstellung einer neuen Flasche.
2. Für jede Flasche, die letztendlich Müll wird, muss eine ARA-Lizenzgebühr abgeführt werden, die dem Konsumenten weiterverrechnet wird.
3. Aufgrund der steigenden Anzahl von Einwegflaschen landen immer mehr davon dort, wo sie nicht hingehören: im Restmüll oder sogar in der Umwelt. Es entstehen hohe Kosten für die Entsorgung.
All diese Kosten fallen bei Mehrweg nicht an, diese Flaschen können 20-40 mal wiederverwendet werden.
"Berechnungen von Dr. Vogel von der WU Wien zeigen klar, dass eine Konsumentin für 100 Euro bis zum Jahr 2009, wo es Coca Cola noch in der 1,5 Liter PET-Mehrwegflasche gegeben hat, noch 116 Liter Cola bekommen hat und dabei nur 0,6 kg Abfall entstanden sind. Seit es Cola nur noch in der Einwegflasche gibt, bekommt man für dieselben 100 Euro nur noch maximal 110 Liter von dem Getränk. Außerdem fallen dabei zwischen 2,8 und 4 kg Abfall an. Der Vergleich sollte auch die WKÖ und die IV sicher machen", so Bayr.
Das Heben der Mehrwegquote würde auch kleinen Getränkeanbietern entgegenkommen und österreichweit etwa 6.000 Arbeitsplätze sichern bzw. neu zu schaffen. "Anstatt die regionalen österreichischen Klein- und Mittelbetriebe zu unterstützen, die von einem Mehrweg-Bonus-Modell profitieren würden, vertritt die WKO nur die Position der internationalen Großkonzerne. Diese produzieren zumeist nicht in der Region, sondern wollen Einweggetränke verkaufen, die häufig von weit her transportiert werden. Damit wird die regionale Getränkewirtschaft zerstört, da sich kleine und mittlere Unternehmen von der WKÖ forcierten Umstieg auf Einweg nicht leisten können", kritisiert Bayr die Wirtschaftskammer.
Bei der anstehenden Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes geht es um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die klar die Abfallvermeidung in den Mittelpunkt der politischen Bemühungen stellt. "Die Verwendung von Mehrwegflaschen ist Abfallvermeidung schlechthin und die unzureichenden Regelungen in einer 'freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie' haben dazu geführt, dass der Anteil von Einweggebinden drastisch gestiegen ist. Von Abfallvermeidung kann also keine Rede sein. Es braucht wieder klare gesetzlich Rahmenbedingungen.", fordert Bayr. "Darüber hinaus ist die Verwendung von Mehrwegflaschen eine Maßnahme, die den kleinen, regionalen Getränkeanbietern entgegenkommt. Alle sind sich einig darüber, dass die Konsumenten regionale Produkte bevorzugen, genau hier sind Mehrweggebinde unschlagbar", so Bayr. (Schluss) sa/mo/mp
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