OTS194 5 II 0266 SPK0006 14.Okt 10
Wien (OTS/SK) - Empört reagiert Petra Bayr, Mitglied des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses, auf den jetzt aufgedeckten Fall einer 22-Nigerianerin, die Opfer von Menschenhandel und versuchter Zwangsprostitution wurde und die trotz Anzeige der Täter bislang dazu nicht einvernommen wurde, sondern sogar statt dessen abgeschoben werden soll. "Es ist unfassbar, wie hier Recht in Unrecht verdreht wird", so Bayr, "anstatt das Opfer aussagen zu lassen, legte die Staatsanwaltschaft das Verfahren nieder – jetzt soll die Frau abgeschoben werden, obwohl ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgt ist. Ein beschämender Fall für Österreich im Vorfeld des europäischen Tags gegen Menschenhandel am 18. Oktober!" ****
"Das Problem bei der Verfolgung von Menschenhandel ist, dass die eingeschüchterten Opfer nur selten zu Zeugenaussagen bereit sind", erklärt Bayr, "ein aussagebereites Opfer dann von seiner Aussage abzuhalten, ist mehr als nur ein falsches Signal und bedeutet einen Rückschritt in den Bemühungen, den seit Jahren zunehmenden Menschenhandel und Zwangsprostitution zu stoppen. Zeugenschutzprogramme für Opfer von Menschenhandel können nur dann greifen, wenn Menschen überhaupt die Gelegenheit haben, zu Zeugen zu werden und auszusagen."
"Um solche eklatanten Fehlentscheidungen zu vermeiden, müssen Menschen die mit Opfern von Menschenhandel in Kontakt kommen, auf allen Ebenen geschult und sensibilisiert werden", fordert Bayr, "das betrifft Personen in Erstaufnahmezentren genauso wie in der Justiz bei Rechtsberatung und -vertretung, ebenso natürlich bei den Behörden und auch der Polizei. Regelmäßige Schulungen aller beteiligten Personen sollten verpflichtend sein, um hier nicht die offensichtlichen Missstände noch weiter zu verstärken!" (Schluss) ah/mp
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