SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr hat am Sonntag von Umweltminister Niki Berlakovich (V) "raschestmöglich umfassende Informationen über die Gefahren grenznaher Atomkraftwerke" gefordert. Die Oppositionsparteien FPÖ, Grüne und BZÖ hatten für Berlakovichs Auftritt in der ORF-"Pressestunde" nur Kritik über.
"Wir wollen genau wissen, welche Sicherheitsrisiken es bei Atomkraftwerken in unseren Nachbarländern gibt und was Österreich rechtlich dagegen unternehmen kann", meinte Bayr. Berlakovich müsse nun auf europäischer Ebene Verbündete suchen, um an einem Atomausstieg zu arbeiten.
"Statt ständig zu versichern, dass der tragische Atomunfall im 10.000 Kilometer entfernten Japan keinerlei Auswirkungen" auf Österreich habe, solle sich Berlakovich "lieber um die zahlreichen Atomkraftwerke an unserer Grenze kümmern", erklärte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.
Angesichts der "besorgniserregenden Situation" in Japan seien "die neuerlichen Sonntagsreden des österreichischen Umweltministers erschreckend", sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Am Montag werde man einen Aktionsplan zum Ausstieg aus der Atomkraft präsentieren.
Für BZÖ-Energiesprecher Rainer Widmann sind Berlakovichs Aussagen eine "Schönrede zum Sonntag im Auftrag der Atomindustrie". Wenn Berlakovich einen Stresstest für AKW verlange, sei das "niedlich", "die Kraftwerksbetreiber werden sich sicher schon davor fürchten".