OTS148 5 II 0426 SPK0008 AI 02.Feb 11
Wien (OTS/SK) - Der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in Österreich verläuft erfolgreich, ist aber noch lange nicht zu Ende. Das sagten Gesundheitsminister Alois Stöger und die SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, Petra Bayr, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz anlässlich "10 Jahre Kampf gegen FGM in Österreich" im Museumsquartier. Stöger und Bayr führten durch die verschiedenen Stationen und markanten Eckpunkte im Kampf gegen FGM (female genital mutilation) in Österreich. ****
Weltweit sind rund 155 Millionen Frauen unter katastrophalen hygienischen Bedingungen verstümmelt. Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung und Folter. Neben den gesundheitlichen Folgen werde den Frauen ein ganz wichtiges Stück ihres Lebens genommen, sie werden ihrer Sexualität beraubt, so Stöger. Am wichtigsten sei Aufklärung auf nationaler und internationaler Ebene.
Dafür brauchen wir besonders Berufsgruppen wie Ärzte und Hebammen, die Informationen weitergeben", so der Minister. Stöger dankte der Plattform www.stopfgm.net, die von Petra Bayr mitgegründet wurde, für ihre Arbeit. "FGM darf nicht toleriert werden, da muss man ganz klar Stellung beziehen. Es gibt keine Tradition, die diese Praxis rechtfertigen könnte", so Stöger.
Im Jahr 2011 plant Petra Bayr weiterhin Informationsvermittlung, z.B. sollen viele Betroffene über Kirchen erreicht werden. Auch ein Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen, die vor Ort gegen FGM kämpfen, ist geplant. "So soll ein Leitfaden für die Arbeit gegen FGM vor Ort entstehen", erklärte die SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung. International will sich Bayr dafür einsetzen, dass in Asien, wo FGM ebenfalls weit verbreitet ist, Daten erhoben werden. "Es gibt noch genug zu tun", so Bayr.
Als markante Eckpunkte des nunmehr zehnjährigen Kampfs gegen FGM in Österreich nannte Bayr etwa eine Studie aus dem Jahr 2000, die aufzeigte, dass 30 Prozent der aus Afrika stammenden in Österreich lebenden Eltern FGM bei ihren Töchtern bereits durchgeführt oder geplant hätten. Diese Studie gab den Anstoß, in diesem Bereich weiterzuarbeiten. Einige der folgenden Schritte waren Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, die Gründung der Österreichischen Plattform "Stop FGM", Kooperationen mit Frauengesundheitsberatungsstellen, Hebammen- und Ärzteweiterbildung, Informationsveranstaltungen für Eltern, Lehrer und Kindergartenpädagogen über rechtliche Grundlagen und Handlungsoptionen u.v.m.
Prof. Beate Wimmer-Puchinger engagiert sich als Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien ebenfalls besonders gegen FGM. Sie hat erreicht, dass Gesundheitspersonal und Kindergartenpädagogen in Wien flächendeckend über FGM und damit zusammenhängende rechtliche, soziale und medizinische Fragen informiert sind. 2011 sollen die Schulärzte geschult werden. Ziel ist, so viele betroffene Familien wie möglich zu erreichen. (Schluss) bj/pl
Mehr Informationen zu "10 Jahre Kampf gegen FGM in Österreich" finden Sie unter http://www.spoe.at/bilder/d277/10_Jahre_Kampf_gegen_FGM.pdf
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