Heute wurde der neue Weltbevölkerungsbericht von UNFPA, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, von der parlamentarische Gruppe für reproduktive Gesundheit und Entwicklung gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung vorgestellt.
Zwtl.: Familienplanung: Menschenrecht und doch ein Privileg
222 Millionen Frauen haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Folgen sind 63 Millionen ungewollte Schwangerschaften und 40 Millionen Schwangerschaftsabbrüche, davon wird die Hälfte unsachgemäß durchgeführt. "Obwohl Familienplanung seit 1994 als Menschrecht anerkannt ist, hapert es auch 18 Jahre danach noch an der Umsetzung und ist primär ein Privileg westlicher Nationen", prangert der Sozial- und SeniorInnensprecher der Grünen, Karl Öllinger an.
Zwtl.: Eine der Hauptursachen von Tod und Krankheit von Frauen
Jährlich sterben etwa 287.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. 80 Prozent der Todesfälle wären durch medizinische Fürsorge vermeidbar. Während in Österreich bei 100.000 Lebendgeburten 4 Frauen sterben, sind es im Tschad 1.100. Trotzdem dringenden Bedarf an Familienplanung hat die österreichische Regierung ihre Zahlung an UNFPA von 1.1 Millionen Euro auf 1000 Euro im Jahr 2012 reduziert!
Zwtl.: Jugendliche besonders stark gefährdet
44% der Weltbevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Täglich infizieren sich 2.500 Jugendliche mit HIV. Im Vergleich zu erwachsenen Frauen sind junge Frauen einem zwei bis fünffach höheren Risiko ausgesetzt, an Komplikationen während der Geburt zu sterben.. Silvia Fuhrmann, die Jugend- und Kultursprecherin der ÖVP fordert konkrete Maßnahmen:"Es gilt, politische und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, um diese Missstände sichtbar zu machen, sie aus dem Weg zu räumen und Aufklärung zu leisten. Nur so wird der Weg für junge Frauen und Männer weltweit geebnet, ihr Recht auf Informationen und Dienstleistungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit auch aktiv nützen und ausüben zu können."
Zwtl.: Entscheidenden Faktoren sind Bildung, Wohlstand und Wohnort
AnwenderInnen von Verhütungsmitteln verfügen meist über ein höheres Einkommens und einen höheren Bildungsgrad. "Auch in Österreich bleibt der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln und Gesundheitseinrichtungen Frauen mit einem niedrigeren ökonomischen und sozialen Status, vor allem aus ländlichen Regionen, verwehrt," betont die Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung Angela Tunkel.
Zwtl.: Kosten der Familienplanung
"Familienplanung ist die wirksamste und kosteneffektivste Maßnahme zur Armutslinderung", betont Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ "sie steigert die körperliche und geistige Gesundheit von Mutter und Kind, gibt Müttern die Möglichkeit erwerbstätig und somit ökonomisch unabhängig zu sein und erhöht die Bildungschancen für die Kinder. Die zahlreichen sozialen und wirtschaftlichen positiven Effekte liegen auf der Hand."
Rückfragehinweis:
Johanna Marquardt Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), j.marquardtoegfat
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/821/aom
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