"Das Rückwurfverbot ist ein wichtiger Schritt in der Fischereipolitik der EU", stellt Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ, am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. Um der Überfischung der letzten Jahrzehnte Einhalt zu gebieten, sprach sich der Fischerei-Ministerrat für ein stufenweises Rückwurfverbot aus. Ersten Informationen zufolge sollte in fünf Jahren nur mehr sieben Prozent der ungewollt gefangenen Fische zurückgeworfen werden dürfen. Bis 2019 ist das Rückwurfverbot stufenweise in den europäischen Gewässern einzuführen, "damit sollten sich die Fischbestände langsam wieder erholen können", sagt Bayr und pocht auf "rasche Umsetzung und strenge Kontrollen, damit es nicht bei einem Lippenbekenntnis bleibt". ****
"Um den Beifang zu reduzieren, brauchen wir Fangmethoden, die zielsicher sind", betont Bayr. "Grundschleppnetze, die den Meeresboden verwüsten, Langleinen und riesige Netze, die alle möglichen Meeresbewohner töten, müssen hingegen der Vergangenheit angehören." Erholen sich die europäischen Fischbestände, müssten Schiffe der EU-Flotte nicht mehr vor der westafrikanischen Küste auf Beutezug gehen. "Das hätte auch positive Effekte für die westafrikanischen Fischer, denen dann mehr Fisch bleibt und so das Überleben sichert", betont Bayr einen entwicklungspolitischen Effekt. Die westafrikanischen Gewässer zählen weltweit zu den am meisten überfischten, woran die EU laut Bayr "sicher mitschuldig ist".
Gerade in Westafrika sichert der Fischfang, als Exportgut und für den Eigenbedarf, das Überleben vieler Menschen. Dazu ist es Voraussetzung, dass nicht hochtechnische europäische Flotten den lokalen Fischern die Bestände vor der Nase wegfischen und die neuen, strengeren Beifang-Regelungen selbstverständlich auch in allen Fischereiabkommen mit anderen Staaten gelten sollen. "Die Rettung des globalen Fischbestands ist eine gemeinsame Aufgabe aller Nationen, da kann es nicht sein, dass mit unterschiedlichem Maß gemessen wird und durch die europäischen Flotten vor Afrika das sinnlose Töten von wirtschaftlich für die EU nicht interessantem Fisch weitergehen darf", unterstrich Bayr. (Schluss) bj
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