"Frauen sind nun einmal 52 Prozent der weltweiten Bevölkerung. Sind sie nicht gleichberechtigt in Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden, leidet die Legitimität und Entscheidungen werden in Frage gestellt, wenn die Hälfte der Bevölkerung negiert wird", stellt Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ und Vorsitzende der AWEPA-Sektion Österreich, am Dienstag bei der Eröffnung der Diskussionsveranstaltung "Women Empowerment in Parlamenten in Afrika" fest. Bayr ist überzeugt, dass die Qualität und die Themen der Politik sich ändern, sobald Frauen repräsentativ beteiligt sind: "Frauen zeigen sich mit ihren Geschlechtsgenossinnen und deren Problemen eher solidarisch und greifen spezifische Frauenfragen wie weibliche Genitalverstümmelung auf." Dass Frausein allein kein Garant für gute Politik sei, will Bayr aber nicht unerwähnt lassen. ****
"Ich selbst hatte die Chance als Quotenfrau im Jahr 1996 in den Wiener Gemeinderat einzuziehen und konnte schnell beweisen, dass ich nicht schlechter als meine männlichen Kollegen war", berichtet Bayr über ihren eigenen Werdegang. Dabei spricht sich die Nationalratsabgeordnete klar für Quoten aus, denn nur so gelinge es, immer noch bestehende Männerbünde aufzuknacken.
"In der österreichischen AWEPA-Sektion folgen wir der Tradition des voneinander Lernens und orientieren uns daher an den besten Ländern. In Sachen Frauen in der Politik schauen wir daher nach Ruanda, wo etwa 56 Prozent aller Abgeordneten weiblich sind. Oder wir lernen von den nordischen Ländern, in denen Frauen rund 40 Prozent aller Mandate innehaben. An diesen Ländern müssen wir uns orientieren", ist Bayr überzeugt und plädiert für einen Wandel in der politischen Kultur, der Frauen ermutige, politisch aktiv zu sein, "denn wir Frauen wollen nicht nur die Hälfte der Macht und der politischen Einflussnahme, wir wollen zur Gänze das Recht darauf leben."
AWEPA (Association of European Parliamentarians with Africa) ist als internationale Organisation Europäischer ParlamentarierInnen für Afrika darum bemüht, die Entwicklung Afrikas durch die Förderung des Demokratisierungsprozesses und des politischen Dialogs zwischen Afrika und Europa auf parlamentarischer Ebene voranzutreiben. (Schluss) bj
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