"Teppiche knüpfen, im Steinbruch schuften oder Hausarbeit: Laut Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) müssen weltweit 158 Millionen Kinder unter teils unwürdigen Bedingungen arbeiten", sagt Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Bereichssprecherin für globale Entwicklung, am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Mit der Fotoausstellung im ega wollen wir auf diesen Missstand, der nur durch eine entfesselt agierende Wirtschaft möglich ist, aufmerksam machen." Kinder auszubeuten sei für Händler und Produzenten lukrativ, weil sie einfach auszubeuten seien: Es falle Kindern schwer, sich zu wehren und sie seien nicht gewerkschaftlich organisiert. "Dabei hat Kinderarbeit oft langanhaltende seelische und körperliche Folgen", erklärt Bayr. ****
"Der Teufelskreislauf aus Armut, Kinderarbeit, fehlender Bildung und Armut kann nur durchbrochen werden, wenn das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Gesellschaften abgebaut wird. Durch Verteilungsgerechtigkeit, Ausbildung und Armutsminderung kann das gelingen", ist Bayr überzeugt. Zudem vertraue Bayr auf die Macht der KonsumentInnen. Durch bewusste Konsumentscheidungen, die Produkte und Unternehmen boykottieren, die Kinderarbeit tolerieren oder gar gezielt einsetzen, könne jede und jeder ein Zeichen setzen. "Wir dürfen Kinderarbeit nicht sehenden Auges akzeptieren", ist Bayr überzeugt und fordert auch von politischer Seite strenge Regeln für transnational agierende Unternehmen: "Nur in einer entfesselten Wirtschaft, in der die Profite den Ton angeben, ist Kinderarbeit möglich. So darf es nicht weitergehen. Wir brauchen strenge gesetzliche Vorschriften, deren Einhaltung kontrolliert und bei Verstoß sanktioniert wird - und zwar weltweit."
Bei der Finissage am 10. Oktober ab 19.00 Uhr beratschlagen Monika Kemperle (IndustriALL Global Union), Gottfried Mernyi (Kindernothilfe Österreich), Helmut Sax (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte) und Bernhard Zeilinger (Südwind - "Make Chocolate Fair"), wie Kinderarbeit begegnet werden soll.
Ort: ega:frauen im zentrum, Windmühlgasse 26, 1060 Wien (Schluss) bj
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