Heute, Mittwoch, hat Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, gemeinsam mit der Grünen Abgeordneten Judith Schwentner, Ingo Piegeler, Vertreter des United Nations Population Funds (UNFPA) und Dr.in Barbara Maier, Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Familienplanung, den UN-Weltbevölkerungsbericht 2013 präsentiert. Der Weltbevölkerungsbericht hat den heurigen Schwerpunkt auf Teenagerschwangerschaften und den daraus resultierenden Herausforderungen und Problemen für betroffene Mädchen gesetzt. ****
"95 Prozent aller Geburten durch Teenager passieren in Entwicklungsländern, das sind 20.000 pro Tag und nur die wenigsten dieser Schwangerschaften passieren gewollt", stellte Petra Bayr fest und bemerkte: "Um Teenagerschwangerschaften zu verhindern, wurde bisher vor allem auf eine Änderung im Verhalten von Mädchen gesetzt. Der Bericht betont aber, dass das Umfeld der Mädchen und die gesellschaftlichen Zwänge, denen sie ausgesetzt sind, verstärkt berücksichtigt werden müssen."
Der Bericht nennt fünf Einflussbereiche, in denen angesetzt werden müsse, um Verbesserungen zu erreichen: Staat (etwa durch Gewährleistung eines Zugangs zu Verhütungsmitteln), Gesellschaft (Entschärfung eines Klimas sexueller Gewalt), Familie (Veränderung der Einstellung zu Kinderehen), soziales Umfeld (Gewährleistung auf Zugang zu Bildung) und Individuum (Stärkung des Selbstbewusstseins junger Frauen).
"Die Frage, die man sich stellen sollte, muss deshalb lauten: Wie kann man Frauen, die ungewollt schwanger werden, von Armut und Gewalt befreien? Diese Frage ist nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine der Menschenrechte. Denn häufig werden die Mädchen in weiterer Folge in Sachen Bildung und Lebensfreiheit beschnitten", sagte Bayr.
UNFPA schätzt, dass pro Jahr 7,3 Millionen Mädchen unter 18 Jahren ein Kind zur Welt bringen, dazu kommen etwa 3,2 Millionen unsichere Schwangerschaftsabbrüche. "Etwa 19 Prozent aller Mädchen in Entwicklungsländern werden vor deren 18. Geburtstag schwanger und etwa 70.000 von ihnen sterben jährlich an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt", unterstreicht Bayr und macht auf die Risiken einer Teenager-Schwangerschaft aufmerksam: "Totgeburten und die Sterblichkeit von Neugeborenen sind bei Teenagermüttern doppelt so hoch wie bei Müttern im Alter von 20 bis 29 Jahren. Zudem haben die überlebenden Mütter häufig schlechtere Voraussetzungen für eine Schwangerschaft, denn jugendliche Körper sind dafür einfach noch nicht bereit."
Der UNFPA-Weltbevölkerungsbericht enthält die jüngsten demographischen und sozioökonomischen Daten der Vereinten Nationen für alle Länder und Regionen der Erde und macht auf die daraus resultierenden Probleme aufmerksam, bietet aber ebenfalls Lösungsansätze dafür. (Schluss) dm/sc
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